Skelette mit Surfbrett am Strand: An Floridas Golfküste bekommt Halloween eine andere Kulisse als zwischen Herbstlaub und Nebelschwaden. In der Region um Bradenton, Anna Maria Island und Longboat Key treffen Kostüme und Süßigkeiten auf Sandstrände, Künstlerateliers und lokale Legenden. Wer Ende Oktober oder Anfang November hier unterwegs ist, kann zwei sehr unterschiedliche Feste erleben: das amerikanische Halloween und ein Kunstfestival, das den mexikanischen Día de los Muertos aufgreift.

Eine Liebesgeschichte aus der Bucht

Zur Folklore der Gegend gehört die Geschichte von Sara De Soto und Chichi Okobee. In der Erzählung ist Sara die Tochter des spanischen Entdeckers Hernando de Soto; sie verliebt sich in einen indigenen Häuptling. Nach ihrem Tod bleiben Chichi und seine Krieger als Wächter ihrer Ruhestätte in der Sarasota Bay zurück. Daraus entstand die Vorstellung eines Schutzgeistes, der über die Küste wacht.

Das ist eine Legende, kein historisch belegter Bericht. Die von George Chapline 1906 veröffentlichte Geschichte gehört bis heute zum lokalen Erzählstoff. Interessant ist sie als Beispiel dafür, wie eng Landschaft und Fantasie hier miteinander verbunden sind: Die Bucht ist darin nicht nur ein Gewässer, sondern ein Ort von Liebe, Verlust und Erinnerung.

Ein Vogel im flachen Wasser vor einem rosa und orangefarbenen Sonnenuntergang
Die Wasserlandschaft der Bradenton Gulf Islands bildet die Kulisse für viele lokale Erzählungen.Foto: © Bradenton Area Convention & Visitors Bureau

Hinter den bunten Fassaden

Auf dem Festland lässt sich die herbstliche Reise im Village of the Arts fortsetzen. Das Bradentoner Viertel besteht aus historischen Häusern, in denen Künstler arbeiten, Galerien ausstellen und kleine Restaurants Gäste empfangen. Bemalte Fassaden, Gärten und Wandbilder machen schon den Spaziergang zwischen den Adressen zu einem Teil des Besuchs.

Auch hier kursieren Geschichten über ungewöhnliche Begegnungen. Das Bradenton Magazine hat einige davon zusammengetragen, darunter die Anekdote eines angeblich spukenden Kühlschranks. Solche Erzählungen sind eher Ausdruck des eigenwilligen Humors der Nachbarschaft als ein Grund, die bunten Häuser zu meiden.

Skelette als Zeichen der Erinnerung

Beim Festival of the Skeletons steht ein anderer Umgang mit dem Tod im Mittelpunkt. Der Día de los Muertos ist ein Fest des Erinnerns an Verstorbene und hat eine andere Bedeutung als Halloween. Im Village of the Arts wird diese Tradition mit Altären, Kunst und Musik aufgegriffen.

Die 22. Ausgabe findet am 6. und 7. November 2026 statt. Am Freitag öffnet das Festival von 18 bis 21 Uhr, am Samstag von 11 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei. In den Galerien entstehen Altäre; ein gemeinsamer Erinnerungsort und eine Memory Wall laden dazu ein, eigener Angehöriger zu gedenken. In diesem Jahr ist zudem eine Hommage an Frida Kahlo angekündigt.

Zwei dekorative Skelette mit Surfbrett am weißen Sandstrand
Halloween mit Strandkulisse: Skelette und Surfbrett statt Herbstlaub.Foto: © Bradenton Area Convention & Visitors Bureau

Süßes oder Saures auf Anna Maria Island

Für Familien beginnt das Programm bereits am Freitag, 30. Oktober 2026. Beim Trail of Treats der Anna Maria Island Chamber of Commerce geht es um Kostüme und Süßigkeiten. Treffpunkt ist das Büro der Handelskammer am Gulf Drive in Holmes Beach.

Los geht es um 16 Uhr, der Kostümwettbewerb wird um 16.30 Uhr bewertet. Anschließend können Kinder von 17 bis 18.30 Uhr bei teilnehmenden Geschäften Süßigkeiten sammeln. Die Handelskammer gibt eine Liste der beteiligten Adressen aus – eine praktische Grundlage für den Rundgang, statt auf gut Glück jede Straße abzulaufen.

So lässt sich ein Strandurlaub um Begegnungen ergänzen, die über Sand und Meer hinausgehen. Auf der Insel prägen Familien und kleine Geschäfte den Halloween-Nachmittag; auf dem Festland geben Künstler dem Gedenken eine eigene Form. Für die Reiseplanung lohnt sich deshalb der genaue Blick auf den Kalender: Das Festival of the Skeletons liegt eine Woche nach Halloween.