Eine vulkanische Insel im Atlantik, ein Fjord in Grönland, eine abgelegene Küste Alaskas: Für den Sommer 2027 setzt Hapag-Lloyd Cruises auf Routen, deren Reiz sich oft erst jenseits klassischer Hafenbesuche erschließt. Zodiacfahrten, Wanderungen und die Begleitung durch Experten gehören zum Konzept. Die drei Schiffe HANSEATIC nature, HANSEATIC inspiration und HANSEATIC spirit nehmen jeweils höchstens 230 Gäste mit.
Bei der Auswahl lohnt ein genauer Blick auf die Region. Europas Inseln verbinden Naturbeobachtung mit Kulturgeschichte. Die Arktis verlangt Offenheit für Kursänderungen. In Nordamerika reichen die Möglichkeiten von Alaskas Wildnis bis zu den Schleusen zwischen Atlantik und Großen Seen.
Europas Inseln: Zwischen Vulkanen und Vorgeschichte
Die Azoren- und Kanalinseln-Reise der HANSEATIC nature beginnt auf São Miguel. Vulkanlandschaften und Möglichkeiten zur Walbeobachtung prägen den ersten Teil, bevor das Schiff über Porto und die Bretagne zu den Kanalinseln weiterfährt. Jersey, Herm, Guernsey, Sark und Alderney zeigen, wie unterschiedlich eine Inselgruppe auf engem Raum sein kann. Helgoland setzt einen letzten Akzent, ehe die Reise in Hamburg endet.
Nördlicher verläuft die Route durch Schottland und Island mit der HANSEATIC inspiration. Von Hamburg führt sie über Orkneys, Shetlands und Äußere Hebriden nach Reykjavík. Prähistorische Stätten, Vogelkolonien und schottische Küstenlandschaften treffen auf Islands vulkanisch geprägte Natur. Die Geschichte der Inseln liefert dabei ebenso Gesprächsstoff wie die Landschaft: vom Erbe früher Siedler bis zu überlieferten Mythen.
Arktis: Das Wetter fährt mit
Für die Expedition nach Nordwestgrönland startet die HANSEATIC inspiration in Kangerlussuaq. Die Route reicht bis Qaanaaq und Old Thule und endet wieder am Ausgangspunkt. Zodiacfahrten eröffnen andere Perspektiven auf die Küste; Wanderungen und die Geschichte der Polarexpeditionen ergänzen das Programm. Gerade hier wird deutlich, warum ein Expeditionsplan Spielraum braucht: Wind, Eis und Wetter beeinflussen, welche Anlandungen tatsächlich möglich sind.

Die Reise durch West- und Ostgrönland mit der HANSEATIC spirit setzt einen breiteren geografischen Rahmen. Von Kangerlussuaq führt sie entlang der Westküste in den seltener besuchten Osten und zu den Fjorden des Nordostgrönland-Nationalparks, bevor es nach Hamburg geht. Unterschiedliche Küstenlandschaften und kulturelle Einblicke machen den Wechsel zwischen beiden Seiten der Insel aus.
Auf der Expedition Spitzbergen und Norwegen verbindet die HANSEATIC nature die Hocharktis mit der norwegischen Fjordwelt. Los geht es in Longyearbyen, Ziel ist Hamburg. Gletscherlandschaften und mögliche Walrossbeobachtungen stehen neben Nordkap und Lofoten. Die Reisezeit von Mitte August bis Anfang September eröffnet bei geeigneten Bedingungen auch Chancen auf Polarlichter. Sichtungen bleiben jedoch ebenso wenig garantiert wie Begegnungen mit Wildtieren.

Alaska: Küstenroute durch die Wildnis
Die Alaska-Reise entlang der Inside Passage mit der HANSEATIC spirit führt von Seward nach Vancouver. Rund um Kodiak Island und den Katmai-Nationalpark ergeben sich Möglichkeiten, Bären und andere Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Wale, Orcas und Weißkopfseeadler zählen ebenfalls zur Tierwelt der Region. Zwischen Fjorden und Gletschern liegen Orte wie Kake, Petersburg und Ketchikan, die die Küstenreise um Einblicke in Geschichte und Kultur Alaskas ergänzen.
Große Seen: Eine Expedition durch die Schleusen
Einen anderen Zugang zu Nordamerika bietet die Reise über den Sankt-Lorenz-Strom und die Großen Seen von Halifax nach Milwaukee. Mit der HANSEATIC inspiration stehen Québec und Montréal ebenso auf dem Plan wie die Thousand Islands und die Seenlandschaften weiter westlich. Zahlreiche Schleusen und der Wellandkanal machen sichtbar, wie die Wasserwege miteinander verbunden sind. Wanderungen, Zodiacfahrten und Tierbeobachtungen setzen neben den Städten weitere Schwerpunkte in der Natur Ontarios.

Was sich planen lässt – und was offenbleibt
Die Auswahl reicht damit vom europäischen Inselhüpfen bis zur Hocharktis. Gemeinsam ist den Reisen ein Fahrplan, der vor Ort angepasst werden kann. Kapitän und Crew beurteilen die Bedingungen laufend; eine geplante Passage oder Anlandung kann sich dadurch ändern. Wer eine bestimmte Tierbegegnung oder einen einzelnen Ort zum entscheidenden Buchungsgrund macht, sollte diese Flexibilität berücksichtigen.
Auch bei den Terminen lohnt Genauigkeit: Die Dauer der Seereise kann von der Gesamtreise mit Flugpaketen abweichen. In der folgenden Übersicht stehen deshalb die aktuell ausgewiesenen Reisedaten auf dem Schiff.