Auf dem Bosporus fahren normalerweise Fähren, Frachter und Ausflugsboote aneinander vorbei. Im September kamen Segelyachten hinzu: Der Bosphorus Cup fand vom 17. bis 19. September 2026 zum 25. Mal statt. Für drei Tage wurde Istanbul zum Regattarevier. Den Höhepunkt bildete das Rennen auf der Meerenge zwischen Europa und Asien.

Die Kulisse gehört zum Reiz dieser Veranstaltung. An den Ufern stehen osmanische Paläste, hölzerne Wasservillen und dicht bebaute Stadtviertel, darüber spannen sich die Hängebrücken. Die Segler müssen sich auf dem Wasser behaupten; Zuschauer können das Rennen von Land aus verfolgen. Für einen Blick auf die Yachten braucht es kein eigenes Boot.

Eine Regatta mitten in der Stadt

Die Jubiläumsausgabe führte die Crews zunächst vor die Küste von Caddebostan und in das Revier um die Prinzeninseln. Am letzten Tag folgte das Bosporus-Rennen. Damit verbindet der Wettbewerb unterschiedliche Ansichten Istanbuls: das offene Wasser vor der asiatischen Küste und die dicht bebaute Meerenge mit ihren markanten Ufern.

Auf den Fotos ziehen die Yachten unmittelbar an der Ortaköy-Moschee vorbei. Dahinter liegen Häuser, Anleger und Cafés. Das ist keine entfernte Sportkulisse, die erst mit einer langen Anfahrt erreicht werden muss. Die Regatta spielt sich dort ab, wo die Stadt auch sonst am Wasser lebt.

Segelyacht vor der Ortaköy-Moschee beim Bosphorus Cup 2026
Der Bosphorus Cup führt direkt an der Ortaköy-Moschee vorbei.Foto: © Alen Photography / Nikos Alevromytis

Auch ohne Segelschein auf den Bosporus

Wer Istanbul außerhalb des Regattawochenendes besucht, kann den Wechsel zwischen den Kontinenten mit einer öffentlichen Fähre erleben. Eine solche Fahrt lässt sich gut in einen Stadttag einbauen: übersetzen, am anderen Ufer weitergehen und später auf einer anderen Verbindung zurückkehren. Die Fahrt ist dabei selbst ein Teil des Besuchs.

Für einen längeren Blick auf die Ufer gibt es spezielle Bosporus-Touren. Die städtische Reederei Şehir Hatları bietet kurze und lange Rundfahrten an. Unterwegs erschließen sich die Paläste, Festungen und Villen aus einer Perspektive, die Spaziergänge in den Vierteln ergänzen kann. Abfahrten und Betriebszeiten sollten vor dem Besuch geprüft werden, da das Angebot vom Fahrplan abhängt.

Ein Frühstück, ein Spaziergang, ein Tisch am Wasser

Am Ufer muss nicht jede Stunde verplant sein. Ein türkisches Frühstück mit Käse, Oliven, Marmeladen, Gebäck und Tee gibt einem Vormittag bereits einen guten Rahmen. Später kommen Meze und Fisch auf den Tisch, dazu je nach Vorliebe Rakı oder türkischer Wein. Terrassen und Cafés bieten Gelegenheit, das Geschehen auf dem Wasser zu beobachten.

Ortaköy eignet sich als Station für diese Verbindung aus Stadt und Bosporus. Die Moschee steht unmittelbar am Ufer, die Brücke zieht sich darüber hinweg. Der Blick zeigt die unterschiedlichen Maßstäbe Istanbuls auf engem Raum: ein historischer Bau am Wasser, dahinter Häuser und die große Verkehrsverbindung zwischen den Kontinenten.

Ortaköy-Moschee und Bosporusbrücke im Abendlicht
Ortaköy liegt direkt am Bosporus, unterhalb der Hängebrücke.Foto: © GoTürkiye

Ein Abstecher zu den Prinzeninseln

Wer mehr Zeit mitbringt, kann einen weiteren Tag für die Prinzeninseln einplanen. Sie liegen im Marmarameer und sind per Fähre erreichbar. Auf Inseln wie Büyükada oder Heybeliada stehen Holzvillen an baumgesäumten Straßen; Lokale am Meer geben der Pause nach der Überfahrt einen passenden Ort.

Für diese Ausflüge lohnt es sich, Hin- und Rückfahrt gemeinsam zu planen. Der aktuelle Fahrplan von Şehir Hatları führt auch die Inselverbindungen auf. So lässt sich die Reise am Wasser fortsetzen, nachdem die Segel des Bosphorus Cup längst wieder verschwunden sind.