Naturpark Foce del Tagliamento
Der Naturpark Foce del Tagliamento ©Stefan Fuhr

Viel Natur und Design Highlights an der Adria

Bibione an der norditalienischen Adriaküste ist auch im Winter einen Besuch wert. Das Hinterland bietet viele Ausflugsmöglichkeiten, die Therme lädt zum Relaxen ein und im Savoy Beach Hotel lässt sich es in acht neuen Themen-Suiten hervorragend nächtigen.

Erstellt von: Stefan Fuhr
Erstellt von: Stefan Fuhr

Bibione – alleine der Gedanke an die Urlaubsstadt an der Adria lässt einen an Sommer, Strand und Dolce Vita denken. Aber warum immer nur im Sommer an die italienische Adria-Küste fahren? Auch in den kühleren Monaten kann man einiges erleben. Gerade hat das Savoy Beach Hotel in Bibione acht neue Themensuiten eröffnet, die keine Wünsche offen lassen. Und wer genug von der eigenen Sauna in der Suite oder den Strandspaziergängen hat, sollte sich das reizvolle Hinterland genauer ansehen. Kommen Sie mit auf eine Entdeckungsreise.

Zugegeben: Wer die italienische Urlaubsstadt Bibione bisher nur aus den Sommermonaten kennt, wird sie kaum wieder erkennen. Die meisten Hotels und Ferienanlagen haben jetzt nach dem offiziellen Saisonende Mitte September geschlossen, die Rollläden sind heruntergelassen und die Straßen sind überwiegend leer. Positiv ausgedrückt: man hat seine Ruhe und kann die persönliche Auszeit genießen.

Das Savoy Beach Hotel vom Strand
Das Savoy Beach Hotel vom Strand aus gesehen. ©Stefan Fuhr

Denn geschlossen hat bei Weitem nicht alles: das Fünf-Sterne Savoy Beach Hotel & Thermal Spa hat seit diesem Jahr nun auch ganzjährig geöffnet und hat das Angebot ganz frisch um acht neue Luxus-Themensuiten erweitert. Um dafür den Platz zu schaffen, wurde das Hotel um ein Stockwerk aufgestockt.

Die Innendesignerin Christina Micheli hat jede der acht Suiten individuell ausgestattet. Renommierte italienische Manufakturen wie Rubelli, Deruta, Bruno Munari oder Vietri lieferten dazu meist handgearbeitete Designerstücke. Das macht jede einzelne Suite zu einem Unikat und sorgt für ein ganz besonderes Urlaubsfeeling.

Die Luxus-Themensuiten im detaillierten Überblick

  • Esotica: Suite in balinesischem Stil mit Materialien aus dem Hause Inkiostro Bianco, die an einen Urwald erinnert, Möbel aus Mangoholz, handgefertigte Lampen und ein freistehender Whirlpool im Schlafzimmer.
  • Queen: mit Gesimsen verzierte Wände und Fischgrätparkett ist die Suite klassisch zeitgenössisch gehalten. Calacatta-Marmor prägt sowohl das Bad als auch den Hammam.
  • Costiera: Keramiken von Vietri im Bad und Stoffe von Rubelli Venezia in den Wohnräumen erinnern an die Amalfiküste. Zu den maßangefertigten Möbeln zählt ein Tisch aus Keramik von Deruata. Sie verfügt wie die Esotica über einen Whirlpool. 
  • Laguna: Möbel von De Zotti aus Briccola-Holz, sprich aus ehemaligen Pfählen der venezianischen Lagune, prägen diese Suite, die in Grün gehalten ist. Die große Fensterfront gibt den Blick auf das azurblaue Meer frei.
  • Serenissima: eine Hommage an das alte Venedig. Das Schlafzimmer mit antikem Holzboden ziert ein Kronleuchter aus Muranoglas; ein großer antiker Spiegel schmückt das Wohnzimmer. Bad und Saunabereich begeistern mit berühmtem Calacatta-Marmor.
  • Murano: zeitgenössisch und modern und dennoch von Venedig inspiriert; dunkle Möbel treffen auf ein dezent blaues Bett. Hochwertiger Marmor findet sich im ebenerdigen Wellnessbereich.
  • Manhattan: Wände aus echten Backsteinen, Sessel aus rotem Leder und eine insgesamt dunklere Farbgebung erinnern sofort an das industrielle Design New Yorks.
  • Millennial: eine moderne Suite mit großer Fensterfront und bester Sicht auf das Meer mit Designerlampen und Möbeln, die allesamt von Cattelan Italia stammen.

Jede der Suiten ist mit edlen Materialien wie glänzender Calacatta-Marmor, hochwertiges Fischgrätparkett, exotisches Mangoholz, Muranoglas oder feinste Stoffe aus Venedig ausgestattet. Außerdem verfügt jede Suite über einen privaten Spa mit türkischem Dampfbad, Sauna oder Whirlpool und eine XL-Regendusche. Die Böden in den Schlafzimmern sind aus Holz, dessen Farbgebung je nach Suite variiert – von gebleicht über Bernstein bis dunkelbraun. Dank zusätzlichem Daybed im separaten Wohnbereich finden bis zu vier Gäste reichlich Platz. Auf dem geräumigen Balkon warten bequeme Liegen zum Entspannen. 

Der Blick aus der Suite Laguna auf den weitläufigen Strand von Bibione. ©Stefan Fuhr

Gourmets kommen ebenfalls nicht zu kurz

Im Weinkeller des Savoy Beach Hotels, der Cantina Veneta, finden Liebhaber des edlen Tropfens spannende Raritäten begehrter Jahrgänge aus ganz Italien und dem europäischen Ausland. Verkostungen für bis zu acht Personen werden vom Hotel gerne organisiert/angeboten.

In der Cantina Veneta finden Weinverkostungen statt
In der Cantina Veneta finden Weinverkostungen statt. ©Stefan Fuhr

Für das leibliche Wohl empfiehlt sich ein Dinner im Gourmetrestaurant Duca d’Aosta. Das gute italienische Essen kann seit Juli 2023 im neuen Workout-Bereich wieder abgearbeitet werden. Neben dem Fitness-Bereich ist ebenfalls ganz neu ein Indoor-Strand mit feinem weißem Sand eingerichtet worden. Vor allem in der Nebensaison, wenn Liegen und Sonnenschirme bereits abgebaut sind, lässt sich hier noch ein bisschen Strandfeeling erleben.

Gourmetherzen schlagen im Hotelrestaurant Duca d’Aosta höher. ©Savoy Beach Hotel

Bibione: Beliebter Badeort an der Adria

Bibione liegt in Norditalien an der Adria und ist ein Ortsteil der Gemeinde San Michele al Tagliamente und liegt etwa eine Autostunde von Venedig entfernt. Der Badeort ist besonders bei deutschen, österreichischen, tschechischen und slowakischen Urlaubern sehr beliebt. Der etwa elf Kilometer lange und breite Sandstrand, das saubere Wasser und das milde Klima locken die Urlauber an. Auch jetzt in der kälteren Jahreszeit nutzen Urlauber das sehr gut ausgebaute und große Netz an Rad- und Wanderwegen. Und natürlich hat ein Spaziergang an der Wasserline am Strand entlang zu jeder Jahreszeit einen erheblichen Erholungsfaktor.

Vielleicht ist ja auch bei ihnen der etwa 21 Meter hohe Leuchtturm – eines der Wahrzeichen Bibiones – das Ziel einer Wanderung. Er steht am östlichen Ortsrand und wurde bereits Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut. Auf dem Weg zum ehemals wichtigem Orientierungspunkt für die Seeschiffe können sie immer an der Strandpromenade entlang wandern bzw. mit dem Rad fahren oder Sie durchqueren den wunderschönen Naturpark Foce del Tagliamento auf gut ausgebauten Wegen. Der Naturpark ist ein interessantes Ökosystem, das sich entlang der Küste erstreckt. Eine breite Artenvielfalt gilt es zu entdecken – darunter sollen auch an die 25 verschiedene Orchideenarten sein. Für viele Bibione-Kenner ist allein der dortige Sandstrand Lido del Faro mit seinem goldgelben Sand und dem türkisblauen Meer schon ein Ausflug wert. Übrigens weht an allen Strandabschnitten Bibiones bereits seit 1987 die Blaue Flagge als Zeichen für die beste Wasserqualität und Sauberkeit.

Wellness in der „Bibione Thermae“

Im Sommer würde sich ein Bummel durch die lange Fußgängerzone von Bibione anbieten – aber da in der Winterzeit die Geschäfte und Restaurants eher geschlossen haben, bietet sich ein Wellness-Tag in der Therme an. Das in der „Bibione Thermae“ verwendete Thermalwasser sprudelt im Hinterland 52 Grad Celcius heiß aus über 500 Metern Tiefe aus einer Quelle. Gerade wegen der Temperatur und aufgrund des hohen Mineraliengehalts wird die Therme besonders geschätzt.

Wasserfälle, eine kleine Gegenstromanlage, Unterwasser-Massageliegen oder kleine Geysire lassen bei Badefreunden keine Wünsche offen. Vom innenliegenden Pool kann man in einen Außenpool schwimmen und kann auch so im Winter ein Bad unter freiem Himmel – und mit Meerblick – genießen.

Ein Tunnel verbindet das Savoy Beach Hotel mit der Therme. ©Savoy Beach Hotel

Etwas Mutigere wechseln im Außenbereich in den weniger warm temperierten weiteren Außenpool. Aber der Besucher kann nicht nur im warmen Wasser relaxen und die Sinne verwöhnen, sondern darüber hinaus auch unter sehr vielen verschiedenen Treatments wählen. Im Angebot stehen unter anderem Massagen, Inhalationen oder auch Fango-Packungen. Wir wählten bei unserem Besuch eine herrlich entspannende Ganzkörper-Massage. So lässt sich hervorragend der Geist regenerieren und möglicher Stress abbauen.

Gäste des Savoy Beach Hotels gelangen bequem durch einen unterirdischen Tunnel in die Therme. Der Eintritt ist für Suiten-Gäste frei.  Noch ein Goodie: ein Treatment pro Person ist im Suiten-Preis ebenfalls inkludiert. 

Zauberhaftes Portogruaro

Wer genug vom breiten Strand in Bibione hat (kann man das eigentlich?) oder wenn das Wetter einmal nicht ganz so mitspielt, sollte einen Ausflug in das Hinterland unternehmen. Wir sind in das etwa 30 Kilometer entfernte Portogruaro gefahren und in die Kunst und Kultur aus dem Mittelalter und der Renaissance eingetaucht.

Die knapp 25.000-Einwohner große Stadt Portogruaro hat sich bis heute viel von ihrem ursprünglichen Charme erhalten. In der Hoch-Zeit der venezianischen Republik war hier ein bedeutender Binnenhafen, der für den Handel mit Venedig wichtig war. Über den Fluss Lemene konnten nämlich außerhalb des sonst vorherrschendes Sumpflandes Waren an Land gebracht werden.

Die Fluss-Schifferkirche ist ein kleiner Ort zum Innehalten. ©Stefan Fuhr

Ein ganz kleines Plätzchen zeugt noch heute vom Hafen am Fluss: die Fluss-Schifferkirche „Oratorio della Pescheria“ lädt auch heute noch zum Innehalten ein. Auf dem Platz vor der Marien-Kapelle fand früher der Fischmarkt statt, was den Namen erklärt.

Schön anzusehen sind auch heute noch die vielen Wassermühlen am Fluss. Jeden Donnerstag wird in Portogruaro immer noch viel Handel getrieben: denn donnerstags ist Markttag und die Altstadt ist dann voll mit unzähligen Marktständen, die nicht nur Lebensmittel, sondern auch viele andere Waren anbieten. Für viele Stadtbewohner ersetzt der Einkauf auf dem Markt den Gang zum Supermarkt.

Über den Fluss Lemene wurden früher Waren ins Hinterland gebracht. ©Stefan Fuhr

Absolut sehenswert sind auch das Rathaus aus dem 13. Jahrhundert und der schiefe Glockenturm des Doms. Dieser wurde im 12. bis 13. Jahrhundert erbaut und 1876 von 47 Meter auf aktuell 59 Meter erhöht. Schon damals neigte sich der Turm (an der Spitze sind es 1,72 Meter; jährlich kommen etwa 2 Millimeter hinzu), weswegen er heute zwei Sichtachsen besitzt. 

Links neben dem Rathaus befindet sich ein weiteres Wahrzeichen der Stadt: der Kranichbrunnen. Der Stadtname Portogruaro wird heute als „Kranich-Hafen“ übersetzt (porto = Hafen; gru = Kranich). Bildhauer Giovanni Antonio Pilacorte erschuf den Brunnen im Jahr 1494. In die Außenwände meißelte er die Stadtwappentiere Kraniche und die Köpfe der ersten Bürgermeister.

Der „schiefe Turm“ von Portogruaro. ©Stefan Fuhr

Um unseren mittäglichen Hunger zu stillen, besuchen wir die „Osteria alla Barchessa“ (Calle Bovoloni 13). Der 25jährige Sohn Alessandro eröffnete seinen Eltern vor ein paar Jahren, dass er keine Lust mehr auf die Banklehre hat, sondern lieber seiner Leidenschaft – dem Kochen – nachgehen möchte. Heute arbeitet die ganze Familie im Restaurant. Wie in Italien üblich startet auch unser Lunch mit einem edlem Glas Prosecco. Das Risotto und der Thunfisch waren auf den Punkt gegart. Die Osteria ist unser absoluter kulinarischer Hotspot.

Wandeln auf originalen römischen Straßen

Ebenfalls nicht weit von Bibione entfernt im Hinterland lässt sich heute noch auf originalen Straßen aus der Römerzeit wandeln. Die Stadt Concordia Sagittaria wurde im 1. Jahrhundert v. Chr. gegründet und war zur römischen Kaiserzeit eine der bedeutendsten Städte in Oberitalien. Hier kreuzten sich die beiden wichtigsten römischen Straßen: die Via Annia und die Via Postumia. Auf einem kleinen Stück der originalen Via Annia kann man heute noch wandeln. 

Unter der Kathedrale Santo Stefano Portomartire (aus dem 15. Jahrhundert) befindet sich ein umfangreiches römisches Ausgrabungsareal, das gegen ein kleines Eintrittsgeld besichtigt werden kann. Wer genau hinschaut entdeckt neben alten römischen Brunnen und Mosaiken auch noch Teile eines Theaters. Da die Stadt früher auch Bischofssitz war, stehen hier auch noch alte steinerne Särge und Grabplatten.

römisches Ausgrabungsareal unter der Kathedrale Santo Stefano Portomartire
Unter der Kathedrale Santo Stefano Portomartire kann ein ein umfangreiches römisches Ausgrabungsareal besichtigt werden. ©Stefan Fuhr

Im Inneren von Santo Stefano Portomartire beeindrucken die Fresken, die man auch ohne die Buchstaben lesen zu können verstehen kann. Sehenswert sind auch das Taufbecken mit dem ungewöhnlichen Aufsatz, der Altar aus der Barockzeit und das Weihwasserbecken aus dem 1. Jahrhundert n.Chr. Die Seitenkapelle ist aufgrund der Farbenpracht ein Highlight.

Gut erhaltene Fresken haben wir auch in der romanisch-byzantinischen Taufkapelle direkt neben der Kathedrale gesehen. Die Tür ist immer geöffnet und ein Blick hinein ist lohnenswert. Der alte Bischofspalast mit ein paar Schätzen aus den Ausgrabungen davor und das Rathaus sollte man sich ebenfalls bei einem Stadtbummel anschauen. Im Rathaus hat an den Wochenenden auch ein kleines Museum geöffnet. Den Beinamen Sagittaria bekam die Stadt übrigens, weil hier früher Pfeilspitzen im großen Stil hergestellt wurden.

Bei unserem Besuch in Bibione haben wir aus Zeitgründen zwar darauf verzichtet, aber natürlich ist „La Serenissima“ (übersetzt: die Durchlauchigste) Venedig auch nur etwa 80 Kilometer weit entfernt. Die Lagunenstadt lohnt sich natürlich immer für einen Ausflug.

Anmerkung der Redaktion: Diese Reise wurde unterstützt vom Savoy Beach Hotel & Thermal Spa und der Europa Tourist Group – zu der auch das Hotel gehört. Unsere Berichterstattung ist uns in ihrer Unabhängigkeit und Neutralität besonders wichtig. Die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der Autoren spiegeln ihre persönlichen Ansichten wider.