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Geheimtipp in Kroatien

Urlaub in der Kvarner Bucht: Eine Entdeckungsreise vom pittoresken Lovran, geschichtsträchtigen Opatija bis nach Rijeka, seit 2020 Kulturhautstadt Europas

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Erstellt von: Elke Grewe

Für Urlauber in Kroatien  gibt es dieses Jahr einige positive Neuerungen: Sie müssen seit Januar 2023 nicht mehr mit der früheren Landeswährung Kuna bezahlen, sondern es gilt der Euro als Zahlungsmittel. Gleichzeitig gehört Kroatien seit 2023 zum Schengen-Raum. Das Schengen-Abkommen vereinfacht das Reisen ungemein. Eine Kontrolle von Personalausweis oder Reisepass gibt es nicht mehr. Das alles trägt dazu bei, dass Kroatien touristisch noch beliebter sein wird.

Bei einer Schiffsfahrt von Opatija präsentieren sich die geschichtsträchtigen Hotels wie „Perlen an der Schnur“. © Elke Grewe

Kvarner Bucht ist immer noch ein Geheimtipp 

Während  Dubrovnik und Split sich schon längst einen festen Platz in der Gunst vieler Urlauber erobert haben, ist die Kvarner Bucht im Norden Kroatiens noch immer ein Geheimtipp. Dabei hat  diese Region, eingebettet im Norden durch die Halbinsel Istrien und im Süden von der Region Dalmatien mindestens ebenso viel zu bieten. Die von der Zeit der kaiserlich-königlichen Donaumonarchie geprägte Stadt Opatija mit ihren herrlichen Villen und der einmaligen 14 Kilometer langen Promenade ist allemal einen Urlaub Wert. Das nahe gelegene Rijeka wurde 2020 sogar Kulturhauptstadt und hat seit dem Rückgang der Corona-Epedemie endlich durch die vielen Errungenschaften der von der EU geförderten Projekte an Strahlkraft gewonnen. Nicht zuletzt aber tragen die dem Festland vorgelagerten Inseln, Cres, LosinjRab und Krk (berühmt für den weltweit einzigartigen Zlahtina-Wein) zur Anziehungskraft der Kvarner Region bei.

Aber der Reihe nach: Alles kann man bei einem Urlaub nicht entdecken. Wir entscheiden  uns  für einen Aufenthalt im Adria-Relax-Resort Miramar in Opatija  und erkunden von dort die Region. Direkt am Meer gelegen mit fantastischem Blick auf die Inselwelt des Kvarner verbindet das 4-Sterne Hotel modernen Komfort mit dem Charme historischer Romantik. Wem die Adria zu kühl ist, der kann den 200 Quadratmeter großen miteinander  verbundenen Innen- und Außenpool genießen. 

Sehr Idyllisch ist die 14 Kilometer lange Strandpromenade von Opatija. © ART

Winterkurort des europäischen Adels

Wegen den  herrlichen  Parks, den Gründerzeitvillen und der wunderschönen Meerpromenade wird Opatija gern als „Eingangstor zum mediterranen Raum“ genannt. Schon 1889 als Opatija (damals Abbazia) als Winterkurort vom europäischen Adel und vielen Künstlern entdeckt wurde, schätzte man die botanischen Reize: Pflanzen aus aller Welt lassen den Park Angiolina zur größten botanischen Attraktion Opatijas werden. Besonders im Frühjahr, zur Zeit der Kamelienblüte, ist der Park in  ein duftendes Blütenmeer getaucht.

Ja, dem Flair des geschichtsträchtigen Städtchens kann sich kaum jemand entziehen. Villen und Grand Hotels der Belle Epoque verleihen dem einstigen K-u.k-Kurort noch immer ein wenig Wiener Charme an der Adria. Noch heute kann man diese Glanzzeiten nachempfinden, wenn man über die Strandpromenade zwischen dem Fischerort Volosko und dem Hafenstädchen Lovran flaniert. Die Promenade wurde als Hommage an die einstige Blütezeit nach dem österreichischen Kaiser Franz Josef I benannt. Die Einheimischen nennen die Franz-Josef-Promenade allerdings schlicht „Lungomare“

Lilly Stipanic, Eigentümerin der „Tornado Blue“ empfängt ihre Gäste mit einem Schnäpschen. © Elke Grewe

Tornado hat Platz für zwölf Personen

Ein unvergessliches Erlebnis ist eine Bootsfahrt, bei der man den ganzen Reiz der geschichtsträchtigen Promenade wie „Perlen an der Schnur“ präsentiert bekommt. Besonders stilvoll ist eine solche Tour mit dem 14 Meter langen Holzschiff „Tornado Blue“. Es lief 1899 vom Stapel und diente viele Jahre als Fischerboot. Generalsaniert organisieren Lilly Stipanic und ihr Ehemann und Kapitän Roni mit dem Schiff Ausflugsfahrten, die man über das Adria-Relax-Resort Miramar buchen kann. Bis zu zwölf Personen haben bequem auf der Tornado Platz und werden auch mit kroatischen Köstlichkeiten verwöhnt (www.riviera-secrets.com). Die Fahrt geht von Opatija bis Lovran. Dieses hübsche Städtchen bietet im Vergleich zu Opatija noch eine perfekt erhaltene Altstadt, die durch einen besonderen Charme besticht. Lovran wird gern als Lorbeerort bezeichnet (kroat. Lovor = Lobeer). In dem kleinen Geschäft von Mesko Jakupovic kann man von ihm gefertigte Lobeerkränze kaufen. Eine halbe Stunde dauert die Fertigung dieser hübschen Mitbringsel, die die heimische Küche verfeinern.

Unsere letzte Station ist Rijeka, mit 130 000 Einwohnern drittgrößte Stadt Kroatiens und  der wichtigste Seehafen des Landes. Ein Muss ist ein Bummel durch die historische Markthalle an der Südseite des Hafens (geöffnet täglich 7-12 Uhr). Eigentlich sind es ja drei Hallen: Eine, in dem es eine schier gigantische Fischauswahl gibt und deren Jugendstil-Fassade architektonisch ein Erlebnis ist,  eine Halle mit großer Fleischauswahl. Und das dritte Highlight: die Halle mit Käsespezialitäten. Tanja lässt uns den Käse „Paski Sir“ testen, der 2017 als bester Käse der Welt ausgezeichnet wurde. Der Schafskäse wird von der Firma Gligora in langer Familientradition auf der Insel Pag in Kroatien hergestellt.

Seit Rijeka 2020 Kulturhauptstadt wurde, ist der sogenannte „Zuckerpalast“ ein Besuchermagnet. Er zeigt in 30 Räumen sehr eindrucksvoll die Geschichte der Stadt. © Elke Grewe

Seitdem Kroatien 2020 Kulturhauptstadt wurde, ist besonders eine Attraktion ein Besuchermagnet geworden: der sogenannte „Zuckerpalast“. Hätten Sie’s gewusst? 1750 war Rijeka nämlich für seine Zuckerverarbeitung in Europa berühmt. Im Jahr 1786 erhielt die Zuckerraffinerie, der älteste Industriebetrieb in Rijeka, ein neues Verwaltungsgebäude, einen Barockpalast. Die Zuckerfabrik war bis zum Jahr 1828 in Betrieb und die Tabakfabrik wurde ihr Nachfolger. Heute ist  die einstige Tabakfabrik neuer Hauptsitz des Stadtmuseums. Nötig waren dazu zahlreiche Renovierungsarbeiten des Palastes, die mit EU-Mittel im Rahmen der Ernennung Rijekas als Kulturhauptstadt möglich waren. Der im November 2020 fertig restaurierte Palast beherbergt eine interessante Dauerausstellung, die Rijekas Vergangenheit gewidmet ist. In 30 Räumen auf zwei Etagen wird sehr eindrucksvoll die Historie der Stadt und ihrer berühmten Persönlichkeiten gezeigt. Für Besucher sind die einzelnen Räume so interessant, dass sie sich gern  einen ganzen Tag lang im Museum aufhalten könnten (mehr infos: muzej-rijeka.hr). 

Die drei Markthallen von Rijeka sind berühmt für ihre gigantische Fischauswahl. © Petr Blaha

Weitere Infos: Tourismusregion Kvarner bei der Kroatischen Zentrale für Tourismus in Frankfurt, Tel. (069) 23 85 350, www.kvarner.hr und Adria-Relax-Resort-Miramar, Tel (00385) 51 28 00 00, www.hotel-miramar.info