Am Bricktown Canal spiegeln sich beleuchtete Backsteinfassaden im Wasser. In Stockyards City gehören Westernstiefel und Viehwirtschaft zum Viertel. Das First Americans Museum erzählt aus den Perspektiven der Native Nations. Oklahoma City lässt sich auf sehr unterschiedlichen Wegen kennenlernen. Wer sich dafür Zeit nimmt, entdeckt eine Stadt, deren Geschichte weit über das vertraute Bild vom amerikanischen Westen hinausgeht.

Die kulturellen Traditionen der Region, die rasante Entwicklung seit dem späten 19. Jahrhundert und das heutige Stadtleben liegen hier nah beieinander. Museen geben Hintergründe, historische Viertel zeigen wirtschaftliche Wurzeln, und die Route 66 verbindet Oklahoma City mit der amerikanischen Roadtrip-Kultur.

39 Native Nations und ihre Geschichten

Ein guter Ausgangspunkt ist das First Americans Museum. Es widmet sich den Geschichten und Kulturen der 39 heute in Oklahoma beheimateten Native Nations. Schon dieser Ansatz macht deutlich, wie wenig ein einzelnes Bild der Vielfalt indigener Gemeinschaften gerecht wird.

In den Ausstellungen geht es um Geschichte, kulturelle Traditionen und die Gegenwart dieser Nationen. Veranstaltungen und Bildungsangebote ergänzen den Museumsbesuch. So eröffnet sich ein Zugang zur Region, der lange vor der Gründung Oklahoma Citys beginnt und bis in das heutige Leben reicht.

Vom Land Run nach Stockyards City

Der 22. April 1889 markiert den Beginn der rasch wachsenden Siedlung Oklahoma City. Beim sogenannten Land Run strömten Siedler in das zur Besiedlung freigegebene Gebiet im damaligen Indian Territory. Innerhalb eines Tages ließen sich Tausende am späteren Stadtstandort nieder. Die Geschichte der Region reicht jedoch weit über dieses Gründungsdatum hinaus.

Viehwirtschaft und später die Ölindustrie trieben die Entwicklung der Stadt an. In Stockyards City lässt sich die Verbindung zum Viehhandel bis heute nachvollziehen. Der öffentliche Viehmarkt nahm 1910 seinen Betrieb auf; mit ihm entstand ein Geschäftsviertel für Händler, Arbeiter und die Versorgung des Betriebs.

Ein großer Teil des historischen Viertels ist erhalten. Geschäfte für Westernkleidung und Ausrüstung gehören weiterhin dazu. Cowboy Culture bekommt hier einen konkreten Bezug zum Arbeitsleben und zur Wirtschaft der Stadt.

Wie der Cowboy zur amerikanischen Figur wurde

Das National Cowboy & Western Heritage Museum erweitert diesen Blick um Kunst und Kulturgeschichte. Es beschäftigt sich mit dem amerikanischen Westen und den Bildern, die über ihn entstanden sind.

Die Ausstellung „The Cowboy: An Immersive Journey“ arbeitet mit großflächigen Projektionen, Klanglandschaften und historischen Bildern. Sie führt von den Landschaften und Viehtrieben des Westens über Ranches und Rodeos bis zu Wild-West-Shows und Hollywood. Dabei wird nachvollziehbar, wie aus einem Beruf eine weithin bekannte amerikanische Figur wurde.

Die Route 66 als Verbindung zur Straße

Mit der Route 66 kommt eine weitere Geschichte hinzu. Die historische Straße führt durch Oklahoma City und macht die Stadt zu einer Station für Reisende auf der bekannten Strecke. Wer ihr folgt, verbindet den Stadtbesuch mit einem Roadtrip und kann unterwegs nach den Spuren der alten Fernstraße suchen.

Bricktown und das heutige Oklahoma City

In Bricktown hat ein früheres Lagerhausviertel eine neue Nutzung gefunden. Restaurants, Bars und Unterhaltung prägen heute die Backsteinbauten. Entlang des Kanals lässt sich das Viertel zu Fuß erkunden; Wassertaxis eröffnen eine andere Perspektive. Auch Baseball gehört mit den Oklahoma City Comets zum Angebot.

Für die Gegenwart der Stadt stehen ebenso die Oklahoma City Thunder. Ein Basketballspiel im Paycom Center oder ein Abend in einer Bar, die das Spiel überträgt, bietet einen Zugang zum örtlichen Sportleben. Informationen zu den Spielen finden sich über Visit Oklahoma City.

Ein Besuch kann deshalb im Museum beginnen und am Kanal enden, mit einem Abstecher nach Stockyards City oder auf die Route 66. Die einzelnen Stationen erzählen jeweils einen anderen Teil der Stadtgeschichte. Zusammen geben sie dem Aufenthalt mehr Tiefe, als es ein einzelnes Westernmotiv könnte.

Tänzer in farbenreicher Kleidung bei einer Darbietung im First Americans Museum
Tänzer bei einer Darbietung im First Americans Museum.Foto: © Visit Oklahoma City
Besucher vor einer großen Skulptur im National Cowboy and Western Heritage Museum
Im National Cowboy & Western Heritage Museum geht es um Geschichte, Kunst und Kultur des amerikanischen Westens.Foto: © Visit Oklahoma City
Longhorn-Rinder auf einer Straße in Stockyards City in Oklahoma City
Longhorn-Rinder auf den Straßen von Stockyards City.Foto: © Visit Oklahoma City
Torbogen mit dem Schriftzug Stockyards City über einer Straße in Oklahoma City
Der Torbogen markiert Stockyards City, das historische Viertel des Viehhandels.Foto: © Visit Oklahoma City
Beleuchtete Backsteinfassaden und ein Wassertaxi am Bricktown Canal in Oklahoma City
Ein Wassertaxi auf dem Bricktown Canal zwischen beleuchteten Backsteinfassaden.Foto: © Visit Oklahoma City
Blick auf den Bricktown Canal mit Wassertaxi und Restaurants zwischen Backsteingebäuden
Der Bricktown Canal im ehemaligen Lagerhausviertel.