Waldorf Astoria Herengracht
Sechs historische Grachtenhäuser bilden das Waldorf Astoria Amsterdam an der Herengracht – hinter den denkmalgeschützten Fassaden verbirgt sich luxuriöse Ruhe mitten im Herzen der Stadt. © Alexander de Groot

Amsterdam für Genießer

Historische Grachtenhäuser, besondere Boutiquen und niederländischer Käse vom Fließband: Amsterdam lässt sich wunderbar mit allen Sinnen entdecken.

Bild von Erstellt von: Evelyn Narciso
Erstellt von: Evelyn Narciso

Die Hauptstadt der Niederlande kann laut und trubelig sein – aber auch überraschend ruhig, elegant und genussvoll. Hinter historischen Grachtenfassaden verbergen sich luxuriöse Rückzugsorte, in kleinen Boutiquen warten besondere Mode- und Designentdeckungen und selbst niederländischer Käse wird hier zum Erlebnis. Ein Streifzug durch Amsterdam für alle, die sich auf ihrer Städtereise gerne etwas Besonderes gönnen.

Luxus hinter historischen Grachtenfassaden

Ein Page springt zwischen zwei Fahrrädern hindurch und bittet durch die gläserne Tür. Eben noch schiebt sich eine Menschentraube über den schmalen Gehweg der Herengracht, Ausflugsboote ziehen gemächlich durch die Gracht und das Klingeln der Fahrradglocken gehört ohnehin zur ständigen Geräuschkulisse der Stadt. Sekunden später sind nur noch das Zwitschern der Vögel aus dem Garten zu hören.

Waldorf Astoria Amsteram
Ein herzliches Willkommen im Waldorf Astoria Amsteram. (c) Waldorf Astoria Amsterdam

Kaum zu glauben, dass sich hinter den schmalen Grachtenhäusern einer der größten privaten Gärten Amsterdams verbirgt. Alte Bäume werfen ihre Schatten auf gepflegte Rasenflächen, Rosen säumen die Wege und kaum etwas erinnert daran, dass nur wenige Meter entfernt täglich Tausende Menschen durch das historische Zentrum der niederländischen Hauptstadt strömen.

Die Geschichte des Waldorf Astoria Amsterdam beginnt allerdings nicht mit der Eröffnung des Hotels. Sie reicht mehr als drei Jahrhunderte zurück. Lange bevor hier Gäste aus aller Welt eincheckten, gingen durch dieselben Türen Kaufleute, Diplomaten und Bürgermeister ein und aus. Die Herengracht galt im Goldenen Zeitalter als die vornehmste Adresse der Stadt. Wer in Amsterdam zu Einfluss und Wohlstand gekommen war, ließ sich genau hier nieder. Prächtige Stadthäuser wurden errichtet, Fassaden kunstvoll verziert und hinter den hohen Fenstern Geschäfte abgeschlossen, die den Aufstieg Amsterdams zu einer der bedeutendsten Handelsmetropolen Europas mitprägten.

Bis heute hat sich an der Ausstrahlung der Herengracht kaum etwas geändert. Die historischen Grachtenhäuser gehören zum UNESCO-Welterbe und erzählen noch immer von einer Zeit, in der Amsterdam zu den reichsten Städten der Welt zählte. Genau diese Geschichte macht das Waldorf Astoria so besonders. Statt einen modernen Hotelbau hinter historischen Fassaden zu verstecken, entschied man sich dafür, sechs denkmalgeschützte Grachtenhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert behutsam miteinander zu verbinden. Von außen ist kaum zu erkennen, was sich dahinter verbirgt. Erst beim Betreten des Hauses wird deutlich, wie aufwendig Vergangenheit und Gegenwart hier miteinander verwoben wurden.

Waldorf Astoria Amsterdam
Historische Stuckdecken, kunstvolle Wandgemälde und original erhaltene Details erzählen im Waldorf Astoria Amsterdam noch heute von der prachtvollen Vergangenheit der Grachtenhäuser. © Waldorf Astoria Amsterdam

Schon der erste Rundgang gleicht einer kleinen Reise durch die Jahrhunderte. Hinter einer Tür öffnet sich ein holzvertäfelter Salon, wenige Schritte weiter fällt Tageslicht durch raumhohe Fenster auf kunstvoll restaurierte Stuckdecken. Original erhaltene Marmorkamine treffen auf zeitgenössisches Design, historische Dielen auf modernste Technik. Nichts wirkt inszeniert oder überladen. Vielmehr entsteht der Eindruck, als hätte sich das Gebäude über Generationen hinweg ganz selbstverständlich weiterentwickelt.

Zu den eindrucksvollsten Details zählt das monumentale Treppenhaus, das dem französischen Architekten Daniel Marot zugeschrieben wird. Seine Entwürfe prägten einst europäische Königshäuser, heute steigen Hotelgäste über dieselben Stufen und gehen durch verwinkelte Gänge zu ihren Zimmern. Es gibt keine langen, stereotypischen Hotelgänge. Die Flure winden sich um Ecken, heben sich, senken sich und wären da nicht die schwarzen Markierungen in einigen Rahmen, würde niemand bemerken, dass man von einem Grachtenhaus ins nächste schlendert. 

Amsterdam Waldorf Garten
Mitten im Trubel der Stadt überrascht das Waldorf Astoria mit einem der größten privaten Gärten Amsterdams – einer grünen Oase hinter den historischen Grachtenfassaden. © Waldorf Astoria Amsterdam

Noch überraschender ist der Blick in den Garten. Von der Straße aus lässt sich kaum erahnen, welche Ruhe hinter den historischen Fassaden wartet. Zwischen alten Kastanien, Rosenbeeten und sorgfältig angelegten Wegen entsteht ein Ort, der eher an das Anwesen eines Landsitzes erinnert als an ein Luxushotel mitten im Zentrum Amsterdams. 

Auch in den Zimmern bleibt die Vergangenheit der Grachtenhäuser spürbar. Unterschiedliche Grundrisse und historische Details sorgen dafür, dass sie nicht wie die Zimmer eines klassischen Luxushotels wirken. Hohe Fenster öffnen den Blick entweder auf die Herengracht oder in den ruhigen Garten hinter dem Haus. Helle Farben und eine zurückhaltende Einrichtung lassen der historischen Architektur genügend Raum, während der Komfort selbstverständlich auf Fünf-Sterne-Niveau liegt. 

Waldorf Astoria Amsterdam Zimmer
Harmonie herrscht auch überall in den Zimmern. (c) Waldorf Astoria Amsterdam

Eine Frage des guten Geschmacks

Vor der Tür wartet Amsterdam wieder mit seinem ganz eigenen Rhythmus. Ein paar Straßen weiter lohnt es sich, die großen Einkaufsstraßen links liegen zu lassen. Rund um die Elandsgracht finden sich noch Geschäfte, in denen das Stöbern nicht nach wenigen Minuten an der Kasse enden muss. Für einen Aufenthalt, bei dem man sich bewusst etwas gönnen möchte, ist das Viertel ein ziemlich guter Ausgangspunkt.

Amsterdam Gracht Sommer
Wer durch Amsterdams kleine Boutiquen und Concept Stores zieht, wird zwischendurch immer wieder mit Ausblicken wie diesem auf die Grachten belohnt. © Pixabay, Memory Catcher

Eine Adresse, die dabei hängen bleibt, ist Number Nine in der Elandsgracht 34. Schon die Begrüßung macht deutlich, dass Einkaufen hier etwas anders verstanden wird. Erst einmal gibt es einen Kaffee. Dann darf in Ruhe geschaut, anprobiert und kombiniert werden. Die Auswahl ist sorgfältig zusammengestellt, doch den eigentlichen Unterschied macht die persönliche Beratung. Statt möglichst viele Teile mit in die Kabine zu geben, wird gemeinsam überlegt, was zum eigenen Stil passt. Dabei entstehen Kombinationen, zu denen man selbst vielleicht nicht gegriffen hätte. 

Praktischerweise liegt die nächste Versuchung direkt gegenüber. Im Misc Store dreht sich alles um Interior und Design. Der kleine Concept Store versammelt sorgfältig ausgewählte Dinge für Zuhause und ist genau die Sorte Geschäft, in der aus einem kurzen Blick schnell ein längerer Aufenthalt wird. Vieles stammt von unabhängigen Marken und Gestaltern, manches entdeckt man hier zum ersten Mal. Statt einem bestimmten Trend zu folgen, wirkt das Sortiment persönlich kuratiert. Ein guter Ort für alle, die aus Amsterdam lieber etwas mitbringen möchten, das auch nach der Reise noch einen Platz im Alltag findet.

Vintage-Mode gibt es im Millésime Vintage Collection Est 1997. Dies ist keine Adresse für die schnelle Suche nach einem günstigen Secondhand-Schnäppchen. Hier geht es um ausgewählte Vintage-Mode, darunter Stücke großer Designer und bekannter Luxusmarken, die teilweise im Original, andernfalls als Upcycling-Mode gekauft werden können. Das Stöbern lohnt sich gerade deshalb, weil nicht jede Entdeckung sofort ins Auge fällt. Zwischen Mänteln, Kleidern und Accessoires kann ein Einzelstück hängen, das längst aus den aktuellen Kollektionen verschwunden ist und plötzlich einen ziemlich guten Grund liefert, im Koffer noch etwas Platz zu schaffen.

Käse am laufenden Band

„When in Amsterdam“, dann muss auch Käse her und hierfür gibt es einen Ort, der niemanden kalt lässt, denn niemand betritt die Kaasbar einfach nur und geht schnurstracks zu seinem Tisch. Dafür sorgt schon der erste Blick ins Innere. Kaum ist die Tür geöffnet, bleibt der Gruß an das Personal für einen Moment aus, die Frage nach der Reservierung muss warten. Stattdessen werden die Augen groß. Rund um den langen Tresen tuckern auf einem Förderband unzählige kleine Teller mit Käse vorbei. Manche Gäste lachen überrascht, andere bleiben erst einmal stehen und schauen dem ungewöhnlichen Schauspiel zu. Die Kaasbar schafft etwas, das Restaurants nur selten gelingt: Schon in den ersten Sekunden ist die Stimmung gelöst.

Das Prinzip erinnert ein wenig an eine Sushi-Bar, nur dass sich hier alles um eines der wichtigsten kulinarischen Kulturgüter der Niederlande dreht. Auf kleinen Tellern ziehen die unterschiedlichsten Käsesorten vorbei und machen die Entscheidung nicht unbedingt leichter. Mild oder kräftig, jung oder lange gereift? Statt eine Auswahl treffen zu müssen, bevor man überhaupt weiß, worauf man Lust hat, wartet man einfach ab, was als Nächstes vorbeikommt. Gefällt ein Teller, wird er vom Band genommen.

Kaasbar Amsterdam
Wer im 7. Käsehimmel schweben möchte, besuch die Kaasbar in Amsterdam. © Evelyn Narciso

Dabei geht es keineswegs nur um den allseits bekannten Gouda. Die Auswahl zeigt, wie vielfältig niederländischer Käse sein kann und lädt dazu ein, Sorten zu probieren, die außerhalb des Landes deutlich seltener auf einer Käsetheke liegen. Informationen zu den einzelnen Käsen helfen bei der Orientierung, das Personal berät bei Bedarf und empfiehlt die passende Begleitung im Glas.

Schnell entwickelt das Förderband eine gewisse Eigendynamik. Gerade noch war man überzeugt, eigentlich satt zu sein, da nähert sich bereits der nächste Teller, der doch noch interessant aussieht. So wird aus einem Restaurantbesuch ein gemeinsames Probieren und Entdecken. Und spätestens, wenn der nächste Gast durch die Tür kommt, kurz innehält und mit großen Augen auf die vorbeiziehenden Käseteller schaut, weiß man: Die eigene Reaktion war offenbar keine Ausnahme.

Blumenmarkt Amsterdam
So verlockend die Blumen an Amsterdams zahlreichen Ständen auch aussehen – für die Heimreise halten sie meist nicht lange genug. Bleibt nur, sich vor Ort an der Farbenpracht zu erfreuen. © Evelyn Narciso

Informationen zur Amsterdam-Reise

  • Anreise: Besonders entspannt beginnt der Amsterdam-Trip mit der Bahn. Von mehreren deutschen Städten bestehen direkte ICE-Verbindungen nach Amsterdam Centraal, etwa ab Frankfurt, Köln und Düsseldorf. Von Berlin fährt der ICE ebenfalls direkt in die niederländische Hauptstadt. Der Hauptbahnhof liegt mitten im Zentrum, viele Hotels und Viertel lassen sich von hier bequem mit Tram, Metro oder Taxi erreichen. Mit dem Flugzeug landet man am Flughafen Schiphol. Züge verbinden den Airport mehrmals pro Stunde mit Amsterdam Centraal; die Fahrt dauert rund 15 bis 20 Minuten. Für einen Aufenthalt im Stadtzentrum ist das Auto dagegen kaum nötig. Parkplätze sind rar und teuer, während sich Amsterdam hervorragend zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden lässt. Sämtliche Informationen zu Amsterdam gibt es auf iamsterdam.com/de.
  • Hotel: Sechs historische Grachtenhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert bilden die außergewöhnliche Kulisse für das Waldorf Astoria an der Herengracht. Hinter den denkmalgeschützten Fassaden warten eleganter Fünf-Sterne-Luxus, individuell gestaltete Zimmer und einer der größten privaten Grachtenhausgärten Amsterdams. Die zentrale Lage macht das Hotel zudem zum idealen Ausgangspunkt, um die Stadt zu Fuß zu entdecken.
  • Kaasbar: In der Kaasbar ziehen niederländische Käsesorten auf kleinen Tellern rund um den großen Tresen. Einfach Platz nehmen, Favoriten vom Band greifen und durch unterschiedliche Sorten und Reifegrade probieren. Dazu gibt es passende Weine und fachkundige Empfehlungen. kaasbar.amsterdam
  • Shopping: Mit persönlicher Beratung shoppt es sich am besten im Number Nine. Für Vintage-Mode empfiehlt sich das Millésime Vintage Collection Est 1997 und für Interieur und Design Stücke geht es ins Misc.

Anmerkung der Redaktion: Diese Reise wurde unterstützt von Hilton Worldwide Holdings Inc.

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