Porto, die charmante Kรผstenstadt im Norden Portugals, begeistert mit ihrem Mix aus historischen Vierteln, versteckten Gassen und beeindruckenden Sehenswรผrdigkeiten. Abseits der typischen Touristenpfade fรผhren alternative Touren in das authentische Porto โ von vergessenen Arbeiterquartieren bis hin zu lebhaften Kulturzentren. Ob auf der ikonischen Ponte Dom Luรญs I, beim Genuss eines traditionellen Pastรฉis de Nata oder bei einer Fahrt mit der Seilbahn ins Portwein-Viertel โ Porto verbindet Alt und Neu auf faszinierende Weise.
The Worst Tours of Porto
Als Pedro, der Tourguide, einen Schritt nach hinten ging, trat er in einen Haufen Hundekot. โWelcome to the worst tourโ, sagte er sehr passend mit einem verschmitzten Lรคcheln und versuchte, den Dreck an der Bordsteinkante abzustreifen.
Von der Rue de Alexandre Herculano, fรผhrt zwischen Hรคusern hindurch ein uneben gepflasterter Katzenweg ins Bairro Herculano โ ein Viertel, wohin es Porto-Besuchende meist nicht beim ersten Mal verschlรคgt. Pedro und sein Team mit ihren โWorst Toursโ erzรคhlen mit Glitzern in den Augen von Orten fernab der Touristenstrรถme, wie eben dem Bairro Herculano, einem ehemaligen Arbeiterviertel. Die in gerade Linien abgesteckten, zweistรถckigen Hรคusergruppen sind von kleinen Gassen umgeben. Wรคscheleinen hรคngen von Fenster zu Fenster. Groรe Pflanzentรถpfe sorgen dafรผr, dass Gruppen sich im Gรคnsemarsch hindurch manรถvrieren mรผssen. Ab und zu zwitschert ein Kanarienvogel aus dem Kรคfig heraus. Vielerorts zeugen Auรenwaschbecken noch von alten Zeiten, in denen sich Nachbarn Nasszellen teilen mussten. Heute ist es schon fast Kult in einem der kleinen Hรคuser zu wohnen und wรคhrend des jรคhrlichen Festa de Sรฃo Joรฃo do Porto geht es in den Gassen besonders lebendig zu.
Das absolute Gegenteil von lebendig zeigt Pedro seinen Gรคsten auf dem Cemitรฉrio do Prado do Repouso, dem ersten รถffentlichen Friedhof von Porto. Er beeindruckt durch seine neugotische Architektur. Viele Grรคber sind mit Granit und Marmor erbaut worden. Zahlreiche berรผhmte portugiesische Politiker, Schauspieler, Akademiker und Aristokraten liegen hier begraben.
Vorbei sind auch die Zeiten, als im Kaufhaus Stop neben dem Friedhof ordentlich geshoppt wurde. In den 80er Jahren war das Shoppingcenter ein Highlight fรผr die Familien in Porto. An den Wochenenden strรถmten sie hierher, um gemeinsam zu bummeln und sich die neuesten Modetrends anzusehen. Doch die Mieten stiegen, die Kaufkraft lieร nach und das Kaufhaus wurde geschlossen โ bis eines Tages eine Gruppe von Freunden beschloss, einen der Lรคden gรผnstig als Proberaum fรผr ihre Band zu mieten. Dies war der Beginn eines neuen Zeitalters. Heute ist das Stop der Treffpunkt fรผr Kreative, denn fast alle der 150 Lรคden sind von Musikgruppen und Kunstschaffenden belegt. Es gibt ein kleines Cafรฉ, den Club โMetal Pointโ fรผr Live-Auftritte, ein paar Shops und jede Menge Kunst in den Ecken und an den Wรคnden.
Kaffeepause im historischen Viertel Ribeira
Wer sich in Porto nicht nur โdem Schlimmstenโ widmen mรถchte, ist auch mit den Highlights gut beraten. Dazu gehรถrt ganz sicher ein Pastรฉis de Nata mit Espresso am Praรงa da Ribeira. Der Platz befindet sich im historischen Viertel Ribeira (portugiesisch fรผr Flussufer), das sich entlang des Flusses Douro erstreckt. Zum Klang der Straรenmusikanten lรคsst es sich hier bestens verweilen und Menschen beobachten.
Im Anschluss geht es hinauf zur Ponte Dom Luis I. Die Fachwerk-Bogenbrรผcke, die รผber den Douro Fluss fรผhrt, verbindet Porto mit der Ortschaft Vila Nova de Gaia. wo sich einer der schรถnsten Aussichtspunkte befindet, der Miradouro da Serra do Pilar. Der Hof des riesigen Klosters aus dem 16. Jahrhundert ist frei zugรคnglich und bietet einen fabelhaften Ausblick auf Porto.
Port und mehr in der World of Wine
Wenn die Waden vom Berg- und Treppensteigen brennen, schont man sie am besten bei einer Fahrt mit der Seilbahn. Die Telefรฉrico de Gaia neben dem Jardim do Morro fรผhrt geradewegs ins Portwein-Viertel der Stadt. Hier gibt es neben Food-Mรคrkten und Restaurants jede Menge Portweinkeller, die Verkostungen anbieten. Einen Kontrast zu den traditionellen Weinkellern bietet das moderne WOW-Kulturviertel. Hier wurde ein altes Lagerhaus in einen weitlรคufigen, Komplex mit Museen und einer Fรผlle von Restaurants und Cafรฉs verwandelt. Insgesamt gibt es sieben Museen: Vom Weinmuseum รผber Ausstellungen รผber die Region Porto im Wandel der Zeit, einem Korken- und einem Schokoladen-Museum, einem Glas- und einem Mode-Museum bis hin zum Pink Palace, dem jรผngsten Museum, das Gรคste mit verrรผckten Instagram-Hintergrรผnden in die Welt des Weines entfรผhrt.
Kulinarisch zweifelhaft: die Porto-Spezialitรคt Francesinha
Kulinarisch sollte man keineswegs die Porto-Spezialitรคt Francesinha verpassen. Entlang der Rue de Passos Manuel reihen sich diverse Restaurants, in denen die besondere Mahlzeit serviert wird. Die wie ein Herzinfarkt auf dem Teller wirkende Speise besteht aus mehreren Scheiben Toastbrot, die mit jeder Menge Fleisch, bestehend aus Kochschinken, Linguiรงa-Wurst und gebratenem Rindfleisch, belegt sind. รbergossen wird das Ganze mit einer Sauce aus geschmolzenem Kรคse sowie einer heiรen, typischerweise dickflรผssigen Sauce aus Tomaten, Bier und Senf. Fรผr viele Porto-Besuchende sicher eine einmalige Sache und fรผr den Magen vielleicht sogar โthe worst Meal everโ.