Portugal Porto Miradouro da Serra do Pilar
Der Ausblick auf Porto ist vom Miradouro da Serra do Pilar einfach einzigartig. (c) Evelyn Narciso

Porto Geheimtipps: Die besten versteckten Ecken der Stadt entdecken

Porto abseits der Massen entdecken! Von geheimen Vierteln bis zu den besten Aussichtspunkten – hier lebt man die Stadt ganz authentisch.

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Erstellt von: Evelyn Narciso

Porto, die charmante Küstenstadt im Norden Portugals, begeistert mit ihrem Mix aus historischen Vierteln, versteckten Gassen und beeindruckenden Sehenswürdigkeiten. Abseits der typischen Touristenpfade führen alternative Touren in das authentische Porto – von vergessenen Arbeiterquartieren bis hin zu lebhaften Kulturzentren. Ob auf der ikonischen Ponte Dom Luís I, beim Genuss eines traditionellen Pastéis de Nata oder bei einer Fahrt mit der Seilbahn ins Portwein-Viertel – Porto verbindet Alt und Neu auf faszinierende Weise.

The Worst Tours of Porto

Als Pedro, der Tourguide, einen Schritt nach hinten ging, trat er in einen Haufen Hundekot. „Welcome to the worst tour”, sagte er sehr passend mit einem verschmitzten Lächeln und versuchte, den Dreck an der Bordsteinkante abzustreifen.

Portugal Porto The Worst Tours
Pedro von The Worst Tours in Porto liebt es Insider-Wissen über seine Heimatstadt weiter zu geben. (c) Evelyn Narciso

Von der Rue de Alexandre Herculano, führt zwischen Häusern hindurch ein uneben gepflasterter Katzenweg ins Bairro Herculano – ein Viertel, wohin es Porto-Besuchende meist nicht beim ersten Mal verschlägt. Pedro und sein Team mit ihren „Worst Tours” erzählen mit Glitzern in den Augen von Orten fernab der Touristenströme, wie eben dem Bairro Herculano, einem ehemaligen Arbeiterviertel. Die in gerade Linien abgesteckten, zweistöckigen Häusergruppen sind von kleinen Gassen umgeben. Wäscheleinen hängen von Fenster zu Fenster. Große Pflanzentöpfe sorgen dafür, dass Gruppen sich im Gänsemarsch hindurch manövrieren müssen. Ab und zu zwitschert ein Kanarienvogel aus dem Käfig heraus. Vielerorts zeugen Außenwaschbecken noch von alten Zeiten, in denen sich Nachbarn Nasszellen teilen mussten. Heute ist es schon fast Kult in einem der kleinen Häuser zu wohnen und während des jährlichen Festa de São João do Porto geht es in den Gassen besonders lebendig zu.

Portugal Porto Bairro Herculano
Das ehemalige Arbeiterviertel ist heute ein Ort mit bunte, Pflanzen gesäumten Gassen. (c) Evelyn Narciso

Das absolute Gegenteil von lebendig zeigt Pedro seinen Gästen auf dem Cemitério do Prado do Repouso, dem ersten öffentlichen Friedhof von Porto. Er beeindruckt durch seine neugotische Architektur. Viele Gräber sind mit Granit und Marmor erbaut worden. Zahlreiche berühmte portugiesische Politiker, Schauspieler, Akademiker und Aristokraten liegen hier begraben.

Portugal Porto Cemitério do Prado do Repouso
Auf dem Cemitério do Prado do Repouso liegen sehr viele lokale Berühmtheiten begraben. (c) Evelyn Narciso

Vorbei sind auch die Zeiten, als im Kaufhaus Stop neben dem Friedhof ordentlich geshoppt wurde. In den 80er Jahren war das Shoppingcenter ein Highlight für die Familien in Porto. An den Wochenenden strömten sie hierher, um gemeinsam zu bummeln und sich die neuesten Modetrends anzusehen. Doch die Mieten stiegen, die Kaufkraft ließ nach und das Kaufhaus wurde geschlossen – bis eines Tages eine Gruppe von Freunden beschloss, einen der Läden günstig als Proberaum für ihre Band zu mieten. Dies war der Beginn eines neuen Zeitalters. Heute ist das Stop der Treffpunkt für Kreative, denn fast alle der 150 Läden sind von Musikgruppen und Kunstschaffenden belegt. Es gibt ein kleines Café, den Club „Metal Point“ für Live-Auftritte, ein paar Shops und jede Menge Kunst in den Ecken und an den Wänden.

Portugal Porto Stop Kaufhaus
Im Stop Kaufhaus ist heute ein großes Kreativzentrum mit Band-Proberäumen und Kunst. (c) Evelyn Narciso

Kaffeepause im historischen Viertel Ribeira

Wer sich in Porto nicht nur „dem Schlimmsten“ widmen möchte, ist auch mit den Highlights gut beraten. Dazu gehört ganz sicher ein Pastéis de Nata mit Espresso am Praça da Ribeira. Der Platz befindet sich im historischen Viertel Ribeira (portugiesisch für Flussufer), das sich entlang des Flusses Douro erstreckt. Zum Klang der Straßenmusikanten lässt es sich hier bestens verweilen und Menschen beobachten.

Portugal Porto Praça da Ribeira
Der ideale Ort für eine Kaffeepause ist der Praça da Ribeira im historischen Viertel Ribeira. (c) Evelyn Narciso

Im Anschluss geht es hinauf zur Ponte Dom Luis I. Die Fachwerk-Bogenbrücke, die über den Douro Fluss führt, verbindet Porto mit der Ortschaft Vila Nova de Gaia. wo sich einer der schönsten Aussichtspunkte befindet, der Miradouro da Serra do Pilar. Der Hof des riesigen Klosters aus dem 16. Jahrhundert ist frei zugänglich und bietet einen fabelhaften Ausblick auf Porto.

Portugal Porto Miradouro da Serra do Pilar
Der Ausblick auf Porto ist vom Miradouro da Serra do Pilar einfach einzigartig. (c) Evelyn Narciso

Port und mehr in der World of Wine

Wenn die Waden vom Berg- und Treppensteigen brennen, schont man sie am besten bei einer Fahrt mit der Seilbahn. Die Teleférico de Gaia neben dem Jardim do Morro führt geradewegs ins Portwein-Viertel der Stadt. Hier gibt es neben Food-Märkten und Restaurants jede Menge Portweinkeller, die Verkostungen anbieten. Einen Kontrast zu den traditionellen Weinkellern bietet das moderne WOW-Kulturviertel. Hier wurde ein altes Lagerhaus in einen weitläufigen, Komplex mit Museen und einer Fülle von Restaurants und Cafés verwandelt. Insgesamt gibt es sieben Museen: Vom Weinmuseum über Ausstellungen über die Region Porto im Wandel der Zeit, einem Korken- und einem Schokoladen-Museum, einem Glas- und einem Mode-Museum bis hin zum Pink Palace, dem jüngsten Museum, das Gäste mit verrückten Instagram-Hintergründen in die Welt des Weines entführt.

Portugal Porto WOW Pink Palace
Im der Wold of Wine kann man im Pink Palace Stunden damit verbringen, an den Insta-Spots Erinnerungsfotos zu schießen. (c) Evelyn Narciso

Kulinarisch zweifelhaft: die Porto-Spezialität Francesinha

Kulinarisch sollte man keineswegs die Porto-Spezialität Francesinha verpassen. Entlang der Rue de Passos Manuel reihen sich diverse Restaurants, in denen die besondere Mahlzeit serviert wird. Die wie ein Herzinfarkt auf dem Teller wirkende Speise besteht aus mehreren Scheiben Toastbrot, die mit jeder Menge Fleisch, bestehend aus Kochschinken, Linguiça-Wurst und gebratenem Rindfleisch, belegt sind. Übergossen wird das Ganze mit einer Sauce aus geschmolzenem Käse sowie einer heißen, typischerweise dickflüssigen Sauce aus Tomaten, Bier und Senf. Für viele Porto-Besuchende sicher eine einmalige Sache und für den Magen vielleicht sogar „the worst Meal ever”.

Francesinha Portugal Spezialität
Herzinfarkt auf dem Teller. Oder anders: Francesinha (c) Evelyn Narciso

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