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Neues Museum für Oldtimer-Fans in Georgia

Mit dem Savoy Automobile Museum in Cartersville ist der US-Bundesstaat um eine Attraktion reicher

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Erstellt von: Martin Lange

Auf Autofans und Oldtimer-Liebhaber warten zwischen Detroit und Daytona zahlreiche Entdeckungsmöglichkeiten. Jetzt reiht sich auch der Bundesstaat Georgia mit dem neuen Savoy Automobile Museum in diese Liste ein. Dieses eröffnete kürzlich im Städtchen Cartersville, weniger als eine Autostunde nördlich von Atlanta. Das Museum verfügt über fünf Ausstellungen – neben der ständigen Savoy-Kollektion mit mobilen Schätzchen sowie Kunstwerken rund um das Automobil gibt es vier wechselnde Ausstellungen, die nach Themen kuratiert sind. Aktuell sind dies Kollektionen über amerikanische Rennwagen, die bei Profirennen und auf den Bonneville Salt Flats zum Einsatz kamen, sowie zu amerikanischen Klassikern aus dem 20. Jahrhundert. Weitere Galerien zeigen Kombis mit Holzelementen, sogenannte „Woodies,“ die der Inbegriff des klassischen amerikanischen Familienautos sind, sowie „Orphans,“ Modelle aus der Zeit um den zweiten Weltkrieg. Diese stammen meist von unbekannteren Herstellern und sind deshalb oftmals einzigartig und nur selten anzutreffen, da viele in den turbulenten Jahren verloren gingen oder in Vergessenheit gerieten. Nun können sie zusammen mit vielen anderen Modellen wieder von Interessierten und Autoliebhabern bestaunt werden.

Das Savoy Automobile Museum ist Teil der lokalen gemeinnützigen Organisation Georgia Museums Inc., zu der drei weitere Museen in Cartersville gehören: Das Booth Western Art Museum bietet eine umfassende Sammlung an Kunst aus und über den amerikanischen Westen sowie eine Besonderheit: die Presidential Gallery, die je ein Porträt sowie einen handgeschriebenen Brief von allen US-Präsidenten zeigt. Von USA Today wurde das Booth Western Art Museum 2021 zum besten Kunstmuseum der USA ernannt. Verschiedenste Mineralien, Fossilien, Dinosaurierskelette sowie Fluggeräte vom Gleiter der Gebrüder Wright bis zur Raumkapsel zeigt das Tellus Science Museum, während das Bartow History Museum 200 Jahre Geschichte des Bartow County beleuchtet.

Weitere Pilgerorte für Autoliebhaber in Georgia

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In Georgia können Autoliebhaber an weiteren Orten alte Schätze bewundern oder Rennsportveranstaltungen besuchen. Von Cartersville sind es nur wenige Kilometer bis ins Städtchen White, wo sich mit „Old Car City“ einer der weltgrößten Autofriedhöfe versteckt. Einige Wagen stammen aus den 1920ern, die Mehrheit aus den 70er Jahren, und es gibt insgesamt mehr als 4.000 Stück auf dem fast 14 Hektar großen Gelände zu bestaunen. Beliebt ist der Autofriedhof vor allem bei Hobby- und Profifotografen. Die Georgia Racing Hall of Fame in Dawsonville hält eine eindrucksvolle Sammlung an alten Rennwagen und Boliden aus der Anfangszeit von NASCAR bis in die 70er Jahre bereit. Dazu erfahren Besucher Wissenswertes über Rennsport-Ikonen wie Bill Elliot („Awesome Bill from Dawsonville“), Randy Holt oder Bob Wright. Im selben Gebäude befindet sich auch die Dawsonville Moonshine Distillery und schlägt einen passenden Bogen zur Entstehungsgeschichte der NASCAR-Rennen. Deren Ursprung begann in den Zeiten der Prohibition, als schwarzgebrannter Schnaps, sogenannter „Moonshine,“ mit frisierten Autos in die Städte geschmuggelt wurde. Aus geheimen Rennen entstanden 1938 die ersten offiziellen Rennen und 1947 wurde NASCAR offiziell aus der Taufe gehoben. Interessierte, die einmal selbst ein spannendes NASCAR-Rennen miterleben möchten, sollten den 30 Kilometer südlich von Atlanta gelegenen Atlanta Motor Speedway ansteuern.